HRC Ratgeber · Betrieblicher Brandschutz

Brandschutzbegehung: Ablauf, Checkliste und Protokoll

Von Tobias Hugger, zertifizierter Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz · Aktualisiert Juli 2026

Regelmäßige Brandschutzbegehungen sind das wirksamste Instrument, um Mängel im laufenden Betrieb zu erkennen, bevor sie im Ernstfall Menschenleben kosten – oder bei einer behördlichen Kontrolle bzw. im Schadenfall gegenüber dem Versicherer zum Problem werden. Dieser Beitrag zeigt, wie eine strukturierte Begehung abläuft, welche Punkte Sie prüfen sollten und was in ein belastbares Begehungsprotokoll gehört.

Was ist eine Brandschutzbegehung?

Bei einer Brandschutzbegehung wird ein Gebäude oder Betrieb systematisch auf den Zustand des vorbeugenden Brandschutzes kontrolliert. Geprüft werden drei Ebenen: der bauliche, der anlagentechnische und der organisatorische Brandschutz. Durchgeführt wird die Begehung typischerweise durch Brandschutzbeauftragte, externe Sachverständige oder – bei kleineren Objekten – durch geschulte verantwortliche Personen des Betreibers.

Wie oft begangen werden sollte, hängt von Nutzung, Größe und Risiko des Objekts ab. In der Praxis haben sich je nach Objekt jährliche bis quartalsweise Intervalle etabliert, ergänzt um anlassbezogene Begehungen nach Umbauten oder Nutzungsänderungen.

Vorbereitung: Diese Unterlagen gehören auf den Tisch

Der Abgleich mit dem letzten Protokoll ist entscheidend: Eine Begehung, die offene Mängel der Vorbegehung nicht nachverfolgt, dokumentiert im Zweifel vor allem das eigene Organisationsversagen.

Checkliste: Baulicher Brandschutz

Checkliste: Anlagentechnischer Brandschutz

Checkliste: Organisatorischer Brandschutz

Die fünf häufigsten Mängel aus der Begehungspraxis

Unterkeilte Brandschutztüren, nicht fachgerecht verschlossene Abschottungen nach Nachinstallationen, Lagerungen in Flucht- und Rettungswegen, überschrittene Prüffristen bei Feuerlöschern und fehlende oder veraltete Unterweisungsnachweise. Wer nur diese fünf Punkte konsequent kontrolliert, deckt bereits einen großen Teil des Alltagsrisikos ab.

Das Begehungsprotokoll: Was muss rein?

Eine Begehung ohne belastbares Protokoll ist im Zweifel wertlos – gegenüber der Behörde, dem Versicherer und intern gegenüber der Geschäftsführung. Ein vollständiges Begehungsprotokoll enthält:

Gerade die Fotodokumentation entscheidet über die Belastbarkeit: Ein Mangel mit Foto, Ort und Datum ist eindeutig – eine reine Textnotiz lässt sich später anzweifeln.

Begehung direkt vor Ort dokumentieren

Mit der VigilOS Brandschutz Begehung App erfassen Sie Mängel mit Fotos während des Rundgangs und exportieren das fertige Protokoll als PDF mit Ihrem Logo – bevor Sie das Gebäude verlassen. Kostenlos testen mit 3 PDF-Exporten oder 7 Tagen.

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Nach der Begehung: Mängel nachverfolgen

Das Protokoll ist der Anfang, nicht das Ende. Jeder Mangel braucht einen Verantwortlichen und eine Frist, und die nächste Begehung beginnt mit der Nachkontrolle der offenen Punkte. Betriebe, die diesen Kreislauf sauber dokumentieren, bestehen behördliche Kontrollen und Versicherer-Audits in der Regel ohne Diskussion – und senken ihr tatsächliches Brandrisiko messbar.

TH

Tobias Hugger ist zertifizierter Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz und Gründer von Hugger Risk Consulting. Aus der eigenen Begehungs- und Fachbauleiterpraxis entwickelt er die VigilOS-Apps für die digitale Brandschutzdokumentation.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt praxisorientierte Hinweise und ersetzt keine rechtliche Beratung und keine objektbezogene Bewertung. Konkrete Anforderungen ergeben sich aus dem jeweiligen Landesrecht, der Baugenehmigung und dem Brandschutzkonzept des Objekts.